Pure Motivation

01.05.2010 – Uncategorized

In den bisherigen Folgen unserer Serie über Albert Bachmann haben Sie schon einiges über seinen Antrieb und seine Philosophie erfahren. Doch die beste Philosophie nützt nichts, wenn sie nicht von geeigneten Mitarbeitern getragen wird. Aber wie schafft man es, seine Mitarbeiter immer wieder zu motivieren? So wie Albert Bachmann!

Natürlich hat sich Albert Bachmann einiges einfallen lassen, wie er seine Mitarbeiter immer wieder zu Höchstleistungen motivieren kann. Doch das ist nicht der springende Punkt, der dauerhafte Erfolg beginnt an einer ganz anderen Stelle – bei der Auswahl der richtigen Mitarbeiter. Albert Bachmann: „Es gibt eben solche und solche Menschen. Die einen sind faul, die anderen wollen etwas erreichen. Die Faulen kann man mit Motivationsmaßnahmen vielleicht kurzfristig zu etwas mehr Leistung antreiben, aber das war’s dann schon. Nur Leute, die von sich aus schon motiviert sind, lassen sich auf ein immer höheres Level bringen.“ Deshalb überlegt sich Albert Bachmann genau, wen er in seinem Betrieb einstellt. „Ich suche meine Lehrlinge über Inserate in Schülerzeitungen – in der Hauptschule, der Realschule und auch am Gymnasium. Die Bewerber werden dann nicht zu Einzelgesprächen, sondern zu einer Castingrunde eingeladen.“ Um sicherzustellen, dass nur Bewerber kommen, die sich wirklich für den Friseurberuf interessieren, hat Albert Bachmann ein ganz einfaches Instrument – alle Bewerber werden vor dem Casting informiert, dass sie zu Beginn der Ausbildung fünf Wochen zur Friseurakademie Meininghaus geschickt werden. Die Kosten von 6.500 Euro* werden zwar im Laufe der Ausbildung von Albert Bachmann zurückerstattet, müssen aber von den Eltern vorfinanziert werden.

„Denen, die schon im Hinterkopf haben, dass sie die Ausbildung eventuell gar nicht durchziehen wollen, ist das zu heiß. Dann kommt zum Casting schon nur noch die Hälfte“, so Albert Bachmann. Beim Kennenlernen während der Castingrunde wird Albert Bachmann immer von zwei Mitarbeitern unterstützt. „Die achten auf gewisse Kleinigkeiten – wie pünktlich kommen die Bewerber, wie sind sie geschminkt, wie sind die Haare, haben sie saubere Fingernägel, saubere Schuhe. Denn ich habe einen Grundsatz – meine Mitarbeiter müssen immer so zur Arbeit erscheinen, dass sie auf der Stelle fotografierfähig wären. Als Kunde will ich schließlich von jemandem bedient werden, der selbst gepflegt ist und auf sein Äußeres achtet.“ Wer diese Runde übersteht, wird zum entscheidenden Recall eingeladen. Dafür müssen sich die Kandidaten zehn Fragen ausdenken, die sie zur Ausbildung bei Albert Bachmann interessieren. Albert Bachmann schmunzelt: „Die einen stellen dann Fragen wie ‚Gibt es Weihnachtsgeld?‘, ‚Machen Sie pünktlich Feierabend?‘ oder ‚Wie lang ist die Mittagspause?‘. Die anderen wollen wissen, ab wann sie Haare schneiden dürfen, ob sie Seminare besuchen dürfen und wie ich mich weiterbilde. Drei Mal dürfen Sie raten, welche Bewerber ich wohl nehme.“

Dass dieses Auswahlverfahren funktioniert, zeigt sich an der Tatsache, dass Albert Bachmann seit 15 Jahren keine fremden Friseure mehr eingestellt hat, sondern nur Leute übernommen hat, die bei ihm gelernt haben – motivierte Menschen, die seine Philosophie verinnerlicht haben und mit Leidenschaft Friseure sind. Dadurch läuft der Rest fast von alleine. „Selbstverständlich belohne ich meine Mitarbeiter auch finanziell für gute Leistungen – wer seine Umsatzvorgaben übertrifft, bekommt Bonuszahlungen, wer keine Krankheitstage hat, bekommt das doppelte Weihnachtsgeld“, sagt Albert Bachmann. Doch viel wichtiger, und da ist sich der erfolgreiche Unternehmer sicher, ist die Anerkennung, die man seinen Angestellten entgegen bringt. „Wir haben eine Liste, in die jeder seine Tagesumsätze einträgt. Wenn jemand über 400 Euro macht, male ich einen Smiley dazu. Sind es über 500 Euro, hat der Smiley leuchtende Augen, über 600 Euro kriegt er auch noch einen Heiligenschein. Und ich setze mich abends hin und schreibe der betreffenden Person eine SMS, dass ich stolz auf sie bin und bedanke mich für die tolle Leistung. Und was glauben Sie, was geschieht? Das Mädel kommt am nächsten Tag mit einem Strahlen in den Salon und gibt wieder ihr Bestes, um mich wieder stolz zu machen!“

Außerdem haben Albert Bachmanns Mitarbeiter die Möglichkeit, regelmäßig Verbesserungsvorschläge in den Arbeitsablauf einzubringen – meist sind das Kleinigkeiten mit einer großen Wirkung, wie die fehlende Halterung für die Zewarolle. „Das ist zwar lapidar, war aber die geilste Idee überhaupt“, lacht er, „das Ding stand immer irgendwo im Labor, wurde dreimal am Tag umgeschmissen und räumte das halbe Farbregal ab. Jetzt hat sie eine Halterung und wir müssen nicht den halben Tag damit verbringen, die runter gefallenen Farbtuben wieder einzuräumen.“ Eine Erleichterung, die auch noch einen zweiten Effekt hat: „Dadurch fühlen sich meine Mitarbeiter ernst genommen und die Identifikation mit dem Arbeitsplatz wächst. So wächst ein Team zusammen, das sich gegenseitig anspornt und jeden Tag unsere Werte ‚Spaß, Erfolg, Harmonie‘ lebt.“

Im letzten Teil unserer Serie erfahren Sie, wie leicht es sein kann, bestehende Kunden an sich zu binden und neue zu gewinnen. Oder Sie besuchen eines der Seminare UnternehmerEnergie von Dr. Dr. Cay von Fournier – die Termine finden Sie auf unserer Homepage www.dfm.eu
* Die Rechtslage zu den geforderten Kursgebühren wurde von der Red. nicht geprüft


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