Klartext von Schwarzkopf

01.07.2010 – Uncategorized

Die Mischung macht’s: Zwei wichtige Positionen bei Schwarzkopf Professional sind mit sehr verschiedenen Menschen besetzt. Auf der einen Seite Gerhard Heckmann, Vertriebsleiter Deutschland mit mehr als 40 Jahren Erfahrung im Friseurmarkt, auf der anderen Seite Ercan Erduran, Marketing Direktor DACH, der frischen Wind in die Marke bringt. Im Doppel-Interview beurteilen sie die aktuellen Entwicklungen bei Schwarzkopf Professional.

dfm: Lassen Sie uns direkt mit Fakten starten. Das erste Halbjahr dieses Jahres liegt hinter uns. Wie ist es bei Ihnen verlaufen?
GH: Wir haben weitergemacht, wo wir aufgehört haben: Wir freuen uns über ein kräftiges Wachstum mit existierenden Kunden und auch mit vielen neuen Partnern, die wir für Schwarzkopf Professional begeistern und gewinnen konnten. Daher sind wir sehr zuversichtlich, dass wir das Tempo im 2. Halbjahr halten können.
EE: Da kann ich mich nur anschließen. Wir habben unser Innovationsfeuerwerk weitergeführt. Erst die neue ESSENSITY Farbe, dann BlondMe und OSiS. Das hat den Markt belebt und für viele neue Impulse in den Salons gesorgt. Und das war nur das 1. Halbjahr.

dfm: Neben den Highlights gab es aber sicherlich auch „Lowlights“. Manche Menschen haben es gar so dargestellt, als würde Ihr Mutterkonzern Henkel durch die Lancierung von Syoss im Einzelhandel den Friseurmarkt zu Grabe tragen, besonders mit der Einführung der Farbe. Was sagen Sie dazu?

GH:
Wir nehmen grundsätzlich alle Bedenken und Meinungen unserer Kunden sehr ernst. Das ist unser Geschäftsprinzip, das auf gegenseitigem Respekt beruht. In der Diskussion um Syoss muss man aber Fakten von Meinung und auch Meinungsmache trennen. Syoss ist ein sehr erfolgreiches Produkt im Einzelhandel. Aber eben nur dort: 99,8% der Syoss-Kunden haben schon vorher ihre Produkte im Einzelhandel erworben. Das ist Fakt. Der entscheidende Punkt ist, dass diese Produkte dem Friseur nicht schaden. Das bestätigen im Übrigen auch Untersuchungen führender Marktforschungsinstitute. Beim Thema Farbe ist die Trennung zwischen Salonkunden und Verbraucher, die zu Hause colorieren wollen, besonders deutlich.

dfm: Es gab ja auch schon vor Syoss Colorationen für den Eigengebrauch – haben die Produkte im Einzelhandel überhaupt Einfluss auf das Geschäft im professionellen Bereich oder sind das komplett unterschiedliche Zielgruppen?

EE: Die Zielgruppen sind sehr unterschiedlich. Sie teilen sich auf in Salon- und Retailkunden. Bei den Colorationsanwendern haben wir ein stabiles Bild, im Pflege- und Styling-Bereich sehen wir für den Friseur sogar einen positiven Effekt. Untersuchungen von führenden Marktforschungsinstituten bestätigen: Syoss Käufer kaufen anschließend stärker beim Friseur ein, interessieren sich also sogar mehr als vorher für Friseurmarken.

GH: Im Übrigen ist doch ganz klar: Kein Drogerie-Produkt kann das Fachwissen eines Friseurs er-
setzen – das wissen Salonkunden. Das Erlebnis eines Friseurbesuches, mit all den kreativen Möglichkeiten und der professionellen Beratung kann und soll durch den Kauf einer Coloration im Einzelhandel nicht ersetzt werden. Für uns ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern für jeden Salon das Optimum an Kompetenz herausholen. Lösungen für den Salonalltag zu finden, das ist für uns erste Priorität.

dfm: Je besser Friseure geschult sind, desto besser können sie ihre Expertise beweisen. Welche Konzepte zur Weiterbildung hat Schwarzkopf
Professional zu bieten?

GH: Ich bin stolz auf unser Schulungssystem, mit dem wir sowohl in den Akademien und Studios auf der ganzen Welt aber auch im Salon vor Ort das Beste aus jedem Mitarbeiter herausholen wollen, vom Basiswissen in Schnitt und Technik bis zum Farbexperten. Für die unternehmerischen Themen haben wir mit ASK Business das umfassendste Programm in diesem Bereich. Die Inhalte, die trainiert werden, decken sechs wichtige Module ab: Management, Marketing, Geld, Recht, Team und Kunden – und machen jeden Salonunternehmer fit für die Zukunft.

dfm: Partnerschaft zum Friseur bedeutet aber ja mehr als Schulungen – was verstehen Sie unter echter Partnerschaft zwischen Friseur und Industrie?

GH: Ich überlege mir immer, was ich erwarten würde. Und das sind direkte Ansprechpartner, mit denen ich offen und ehrlich reden kann; flexible Partner, mit denen ich Konzepte finden kann, die passen, auch wenn es mal nicht „von der Stange“ ist. Und natürlich innovative Produkte. Produkte und Konzepte, die überraschen und das Geschäft beleben und den Mitarbeitern Spaß machen. Das alles können wir bieten.
EE: Wichtig ist mir auch, dass man in guten und schlechten Zeiten wirkliche Partnerschaft lebt. Wir versuchen, auch und besonders dann mit Salons flexible Lösungen zu finden, wenn sie vor Herausforderungen stehen.

dfm: Wie schafft man es, immer am Puls der Zeit zu bleiben – sowohl was die Produktentwicklung, als auch die Trend-Kollektionen angeht?
GH: Die Weltzentrale von Schwarzkopf Professional ist Hamburg. Das heißt, wir haben die internationalen Kollegen direkt bei uns und die Innovationen entstehen hier im Haus! Davon profitieren wir bei der Produktentwicklung, denn wir können die Bedürfnisse des deutschen Friseurs von der fachlichen Seite hautnah umsetzen und präsentieren. Im Trend-Bereich sind wir mit Essential Looks einzigartig. Es ist ein ausgeklügeltes System: Wir antizipieren das, was kommen wird. Dass das Team rund um den kreativen Kopf der Essential Looks, Steve Hogan, mit den Prognosen immer richtig liegt, beweisen sie uns jede Saison aufs Neue. Mit unseren Kollektionen können Friseure im Salon ihre Modekompetenz beweisen und die Kunden rundum beraten – vom Haarschnitt bis zum passenden Outfit und dem Insider-Wissen, wo ein Trend herkommt.

dfm: Herr Erduran, mit Herrn Heckmann haben Sie einen Partner an der Seite, der den Friseurmarkt seit 40 Jahren kennt – profitieren Sie davon oder ist es manchmal schwierig, neue Ideen durchzusetzen?

EE: Es wäre ja fast schon fahrlässig, davon nicht zu profitieren! Es ist in der Tat ein Gewinn, einen Partner wie Gerhard an der Seite zu haben, der alle erdenklichen Höhen und Tiefen dieses Geschäftes kennt und mitgemacht hat. Ich schätze besonders an ihm, dass wir transparent und offen miteinander umgehen können, so wie wir es auch draußen mit unseren Partnern tun.

dfm: Herr Heckmann, wenn Sie zum Abschluss unseres Interviews ein Resümee ziehen: Wie haben sich Salonunternehmer und der Markt insgesamt gewandelt und welche Chancen sehen Sie für die Zukunft?

GH: Ihre Frage impliziert es schon: Wir haben uns vom Friseur zum Friseurunternehmer entwickelt. Er muss heute viel mehr können als Haare schneiden.
Dieser Wandel verlangt von uns als Industrie-
partner, Lösungen mit unseren Partnern zu finden, die zeitgemäß sind und die Salons nach vorne bringen. Professionelle, unternehmerische Unterstützung ist dabei ein wichtiger Teil unserer Partnerschaft. Die Chance, die ich für Salons sehe, ist ganz einfach: Der Friseur, der seine Kunden zu Fans macht, mit seinem Service und seiner Überzeugung, Ehrlichkeit und Konsequenz, auf die Wünsche der Kunden einzugehen, hat es leichter, erfolgreich zu sein.

dfm: Herr Heckmann, wie sehen Sie denn Ihre persönliche Zukunft?
GH: Schwarzkopf Professional ist meine Familie. Mein Job macht mir so viel Spaß und Freude, dass das Ende nicht in Sicht ist. Wichtig ist die Fest-
stellung, dass die Kunden und meine Firma das auch so sehen und das ist einfach schön.


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