Hola Barcelona
31.08.2010 – Uncategorized
Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens, ist zugleich der unbestrittene kulturelle Mittelpunkt Spaniens. Magischer Anziehungspunkt für jede Reise dorthin sind nicht nur die olympischen Spielstätten von 1992, sondern auch der Hafen, in dem fast immer zwei, drei oder mehr Ozeanriesen auf Reede liegen.
Aber auch die prachtvolle Flaniermeile La Rambla mit ihrem Treiben bei Tag und Nacht und natürlich die zahlreichen Erinnerungen an den genialen Künstler Antonio Gaudí sind weitere Highlights der Stadt. Für die meisten Barcelona-Reisenden, auch für meine Frau und mich, begann unser Ausflug in die katalonische Hauptstadt am Hafen. Dort nimmt man am besten eine der Sesselbahnen, die hinüber an den Strand am Nordrand der Metropole führt, wo man im relativ sauberen Meer schwimmen kann, oder aber hinauf auf den Berg Montjuic, auch Judenberg genannt, mit seiner aus dem Mittelalter stammenden Festung. Auf dem Bergrücken angelangt, der übrigens nicht nur über die Seilbahn, sondern auch über die Zahnradbahn Funicular oder über eine kurvenreiche Straße mit regem Bus- und Autoverkehr zu erreichen ist, führt viele Besucher der erste Abstecher ins dortige Miró-Museum mit den schönsten Werken von Joan Miró. Unter den Prunkstücken der Ausstellung will ich nur den großen Teppich erwähnen, den er der Stadt geschenkt hat und die beiden Skulpturen, die wie Vorläufer von Niki St. Phalle wirken und den im Freien aufgestellten großen roten Stern, eines der künstlerischen Erkennungszeichen des großen Miró. Auch das Picasso-Museum auf dem Berg bietet eine erlesene, wenn auch kleine Auswahl aus dem Schaffen des großen Künstlers.
Zurück in der Stadt mit der Funicular führte uns der Weg zunächst in die breite Flanierzone La Rambla. Tagsüber und erst recht abends ist die Flaniermeile von zehntausenden Spaziergängern, Touristen und Einheimischen bevölkert. Überall laden kleine Straßencafés zum Verweilen ein und viele Kioske bieten lokale Souvenirs und handwerkliche Arbeiten in reicher Auswahl an. Vor allem locken Künstler am Wegesrand mit ihren neuesten Arbeiten, seien es Zeichnungen, Radierungen, Ölgemälde oder auch andere Kunstwerke. Dazwischen erfreuen einen Gaukler, Pantomimen, Trapezkünstler, Jongleure, Zauberer, Flamenco-Tänzer und viele andere Kreative. Ein weiterer Weg führt meist zu der Gaudí-Kirche „Sagrada Familia“, die 1882 begonnen wurde und bis heute nicht fertig gestellt ist. Dass Antonio Gaudí die Vollendung seines größten Bauwerks nicht mehr selbst erlebt hat, liegt nicht nur an der langen Bauzeit, sondern auch daran, dass er 1926 bei einem Straßenbahnunglück ums Leben kam und zunächst auf einem Armenfriedhof nahezu „lautlos“ beigesetzt wurde, bis sich die Kunde, dass das Genie dort zu Grabe getragen worden war, die Runde machte. Die große Kirche oder besser gesagt den großen Tempel hat er der Sagrada Familia, der heiligen Familie, gewidmet und überall an dem Großbau wimmelt es an von ihm geschaffenen oder zumindest entworfenen kultischen Kunstwerken, die an die biblischen Geschichten oder die heilige Familie erinnern. Daneben hat Gaudí eine Vielzahl von anderen sakralen und weltlichen Gebäuden errichtet, nicht nur in Barcelona, sondern auch im weiten Umfeld von Spanien. Allein in Barcelona gibt es zahlreiche, von ihm entworfene Wohnhäuser mit auffälligen Ornamenten und Verzierungen. Tief in seine Welt hineintauchen kann man vor allem im Güell-Park, in dem er vor hatte, eine Wohnsiedlung mit seiner Handschrift zu entwickeln.
Allerdings wurde der Park nie fertig gestellt. Trotzdem ist er das reinste Kunstwerk dank eines zauberhaften Eingangsbrunnen mit einem großen Salamander im Mittelpunkt und einem weiträumigen Balkonplateau mit wellenförmig aufgebauten mosaikverzierten Sitzgelegenheiten, die allesamt einen großartigen Blick auf die weitläufige Stadt ermöglichen. Das Gaudí-Haus im Güell-Park und der dazugehörige Garten sind mit einer Vielzahl von Schöpfungen des großen Spaniers bereichert. Unser Abstecher nach Barcelona gab uns zwei Tage Zeit, und das reichte nur für das Anschauen einiger Highlights. Barcelona ist ein zauberhaftes Reiseziel zu jeder Jahreszeit, vor allem aber im etwas kühleren Herbst und Frühjahr, wo man fast durchgängig noch im Freien bleiben und das unvergleichliche Flair Kataloniens tief in sich aufnehmen kann.
Autor: Reinhold Wild
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