Fotoshooting Hautnah
08.12.2009 – Uncategorized
Peng – jetzt hat es schon den zweiten Strahler erwischt, er ist mit einem lauten Knall durchgebrannt. „Mist“, murmelt Sergej. Er ist der Produktionsleiter und für den reibungslosen Ablauf des Shootings verantwortlich. „Wenn das so weiter geht, wird es heute Abend wieder spät…“
Sie fragen sich, welches Shooting? Ich bin in Wien. In einem kleinen, unscheinbaren Hinterhof am Rande des Siebten Bezirks befindet sich ganz versteckt im zweiten Stock eines älteren Gebäudes ein Fotostudio – das Fotostudio, in dem Great Lengths gerade seine neue Herbst/Winter Kollektion 2009/2010 produzieren lässt. Es ist ein riesiger Raum mit hohen Decken und einer breiten, alten Glasfront. In der Mitte ist ein Fotoset aufgebaut, rund herum liegt noch einiges an Equipment, Kabel, sperrigen Kisten und Schirmen – und eben auch Strahlern. „Zum Glück haben wir noch ein paar als Reserve da, alles noch im grünen Bereich“, gibt Sergej schon wieder Entwarnung. So wird der Strahler schnell von der Technik-Crew ausgetauscht und weiter geht’s.
Rechts neben dem Eingang, in einem zweiten, kleineren Raum, hat Sergej eine Garberobe und ein kleines Make-up Atelier eingerichtet. Hier schminkt der gebürtige Russe die Models für ihren Shoot, sucht ihnen die Kleider aus und ist ihnen beim An- und Umziehen behilflich. Sergej Benedetter kam Anfang der 90er Jahre nach Wien und begann seine Karriere damit, Kleider und Kostüme für die Wiener Nightlife-Szene zu kreieren. Heute ist er ein weltweit erfolgreicher Make-up Artist und Hair Stylist und arbeitet regelmäßig in Städten wie Mailand, London, Tokio, Moskau oder Paris. Beim Kollektions-Shooting für Great Lengths hat er die Produktionsleitung übernommen und kümmert sich neben dem Make-up der Models auch darum, dass der straffe Zeitplan eingehalten wird. „Die Zeit, die wir länger brauchen, kostet uns auch mehr Geld. Deshalb schau ich, dass alles läuft“, beginnt Sergej zu erzählen. Er war es auch, der im Auftrag von Mario Gutmann eine erste Auswahl an Modellen zusammengetragen hat. „Ich bin einige Wochen durch Russland gereist und habe mehrere Castings veranstaltet. Es ist nicht so einfach, tolle und professionelle Models zu finden, die sich die Haare verändern lassen.“
„Wie weit ist Pavla?“, tönt es vom Set rüber. Mario Gutmann hat gerade wieder einen Look abgeschlossen und erwartet sein nächstes Model. Der Hair- und Sessionstylist ist mehr als nur der kreative Kopf von Tomorrow‘s Look – er entwickelt die Great Lengths-Kollektionen, von der ersten Idee bis zum endgültig fertigen Look. Beim Shooting arbeitet er sehr eng mit dem Wiener Modefotografen Mario Schmolka zusammen. Man braucht die beiden gar nicht lang beobachten, um zu wissen, dass sie mit ihren Ideen und Visionen völlig auf einer Wellenlänge sind. Der Fotograf, der unter anderem schon Topmodels wie Heidi Klum und Bar Rafaeli vor der Linse hatte, weiß genau, was Mario Gutmann sehen will. Entsprechend leitet er das Model an und gibt ihm exakte Anweisungen: „Dreh deine Schulter ein wenig und strecke deinen Hals, dann wirkst du noch eleganter… Ja genau, bleib so…“. Manchmal legt er sogar seine Kamera für einen Moment aus der Hand und zeigt dem Mädchen die Pose, die er haben will. Währenddessen ist Mario Gutmann immer beim Model – mit Kamm und Haarspray bewaffnet, um ständig hier eine Haarsträhne oder da eine Locke zurecht zu zupfen und wieder in Form zu bringen. Dann sehen die beiden rüber zum Monitor und besprechen kurz die eben geschossenen Bilder. „Hier, dieser Schatten, der ist fast zu stark, aber die Haare fallen toll, das Farbspiel ist umwerfend…“ stellt Mario, der Stylist fest, und Mario, der Fotograf wendet sich gleich wieder dem Model zu und weist es für die folgenden Shoots an.
Gemeinsam mit Anita Lafer, Geschäftsführerin von Great Lengths Österreich, stehen wir am Rand dieser Szenerie und beobachten das Geschehen. „Wann habt ihr denn angefangen?“, frage ich. „Das heute ist unser dritter Tag. Vergangene Woche wurde schon der erste Teil der Kollektion fotografiert, heute und morgen sollten wir dann alles im Kasten haben. Gestern Abend ging es bis halb elf und heute Morgen haben wir uns dann schon wieder gegen halb neun getroffen, ich glaube, es wird wieder ein langer Tag.“ Ich schaue auf die Uhr – halb drei am Nachmittag.
Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe!
Diskutieren Sie über diesen Artikel (Noch kein Kommentar)
Kommentar schreibenFür diesen Artikel gibt es noch keinen Kommentar.




