Ferrari on Tour

08.12.2009 – Uncategorized

Seit ich vor einigen Jahren einen roten Ferrari besessen habe, schwebte mir vor, eines Tages einmal das Werk von Ferrari zu besuchen und den Spuren von Enzo Ferrari zu folgen. Im Rahmen eines Besuchs der Schweizer Paul Mitchell-Distributeurin und des italienischen Paul Mitchell-Distributeurs war das nun möglich.

reise35_teaserMein Weg führte über die Schweiz also nach Maranello bei Modena im Norden Italiens, wo die Produktionsstätte der Marke Ferrari liegt. Ich bekam eine formelle, handsignierte Einladung des Präsidenten von Ferrari und des Mutterkonzerns Fiat, Signore Luca di Montezemolo. Schon kurz nach dem Einchecken im Hotel Maranello Palace in Sichtweite des Ferrari-Hauptwerks wurde ich abgeholt. Mein Besuch begann mit dem Ferrari-Museum, in dem beispielsweise das Original-Büro der Legende Enzo Ferrari aufgebaut ist und führte dann unter anderem in die moderne Werkshalle, in dem das neueste Ferrari-Modell, der California, montiert wird. Über diesen neuen Ferrari wurde bereits in der dfm Ausgabe Nr. 31 berichtet und ich selbst bin seit kurzem stolzer Besitzer dieses Traumwagens. Besonders beeindruckend fand ich, dass die Fertigungshalle ohne nennenswerte Geräusch- entwicklung strukturiert ist, und dass in regelmäßigen Abständen kleine Grünanlagen angelegt sind, in denen von Palmen bis zu blühenden Blumen und einem Stückchen Rasen mit Bänken für die kurzen Produktionspausen der Montagemitarbeiter ein auffällig positiver und durchaus auch grüner Spirit zelebriert wird. Auf Wunsch werden dort frische Säfte gereicht und hausgemachter Kuchen oder frisches Obst angeboten. Ich war mit meinem Paul Mitchell-T-Shirt schnell im Gespräch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Montage, die vermuteten, ich sei Friseur. Sofort kamen sie, mit dem Wunsch von mir die Haare frisiert zu bekommen, auf mich zu. Hochinteressant war auch der Besuch in der Stadtvilla der Familie Ferrari in Modena, direkt benachbart zum historischen alten Stadtkern, der von der Unesco 1997 als Weltkulturerbe anerkannt wurde. Besonders beeindruckend war der romanische Dom mit seinem eindrucksvollen Kirchenschiff und dem großen Glockenturm, der früher auch als Wachturm diente und einen einmaligen Rundblick auf das historische Stadtensemble bietet.

Kein Wunder, dass sich in derart schöner und zugleich historischer Umgebung eine Traditionsmanufaktur wie Ferrari gründen und durch nicht immer leichte Zeiten halten ließ, ebenso wie Lamborghini in Sant‘Agata-Bolognese in der Nachbarschaft sowie Maserati und DeTomaso. Beide Städte gehörten zum Imperium der Familie Este, die im Laufe der Generationen auch die seinerzeit größte Kunstsammlung der Welt zusammengetragen hatte, von der ein großer Teil heute nach einem Verkauf im 19. Jahrhundert in Dresden ausgestellt ist. Auch die Via Emilia, die „Schnellstraße“ zwischen Modena bis hinunter nach Lucca in der Toskana, stand über Jahrhunderte im Eigentum der Familie Este, die für die Benutzung Zoll erhob. Eine Ausfahrt mit dem neuen California ließ Herz und Seele höher fliegen, als wir das Aluminiumdach im Kofferraum des Ferraris „abgelegt“ hatten und zur Abrundung des Tages unsere Stadtbesichtigung vollendeten.


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