Make-up Artist Boris Entrup zu Besuch bei dfm

Dieser Artikel wurde am 01.07.2010 in der Rubrik Style - Reportage veröffentlicht.

Ihn kennt jeder! Nach Heidi Klum ist er der Dienstälteste bei Germany’s Next Top Model, er ist Beauty-Experte und Markenbotschafter für verschiedene
Unternehmen und Kampagnen und als Head of Make-up für die Looks der Models auf der Mercedes Benz Fashion Week verantwortlich. Durch diese
Verpflichtungen ist er die meiste Zeit des Jahres unterwegs – trotzdem hat Boris Entrup Zeit gefunden, unserer Redaktion einen Besuch abzustatten.

Schon vor drei Jahren hatten wir die Gelegenheit, ein Telefoninterview mit Boris Entrup zu führen und ihn anschließend an unserem Stand auf der Hair & Beauty in Frankfurt persönlich kennen zu lernen. Unser Eindruck damals: Obwohl Boris als Jury-Mitglied von Germany’s Next Top Model in aller Munde war, ständig von Fans umlagert wurde und immer wieder Autogramme schreiben musste, strahlte er absolute Ruhe und Gelassenheit aus, war höchst sympathisch und keineswegs abgehoben.

Heute, drei Jahre später: Die Begrüßung, als er in Jeans, blauem T-Shirt und grüner Jacke unsere Redaktion betritt, ist herzlich – ein Küsschen hier, eine Umarmung da, ein Lächeln und ein paar nette Worte für jeden. Doch dann geht’s gleich an die Arbeit – an unserer Redaktionswand hängen die Ausdrucke aller bereits fertigen Heftseiten, unter anderem eine Bildstrecke, die auch innerhalb der Redaktion schon kontrovers diskutiert wurde. Boris nimmt kein Blatt vor den Mund: „Die blauen Lippen, das ist so ein 80er Jahre Look, bei dem man ‚Autsch‘ sagt. Das Model sieht müde aus, die Lippen sind nicht hell genug, das Licht kommt irgendwie schräg. Die Idee ist toll, nur  nicht optimal umgesetzt…“ Besagte Bildstrecke ist übrigens nicht bei uns im Heft erschienen.

Anschließend stellt sich Boris den Fragen aller Redaktionsmitglieder. Uns interessiert sein beruflicher Werdegang. Zu unserer Überraschung erzählt Boris, dass er fast Hotelfachmann geworden wäre – wenn da nicht der Frühdienst gewesen wäre. „Um 03:30 Uhr aufstehen, das Frühstücksbüffet aufbauen, Kaffee kochen, das war nicht so mein Ding.“ Viele in unserer Runde nicken zustimmend und Boris scheint zu ahnen, wie wir uns seinen Tag vorstellen – mittags aufstehen, gemütlich frühstücken, dann bis nachts arbeiten und vielleicht noch mit Models und Fotografen feiern gehen. Boris schmunzelt und winkt ab: „Anfang des Jahres produzieren alle in Kapstadt – am liebsten im Morgenlicht. Wenn du dann zwei, drei Models machen musst, heißt das in der Regel, dass du um 03:00 Uhr nachts aufstehen musst. Aber seit ich selbstständig bin, habe ich kein einziges Mal verschlafen!“ Auf uns wirkt Boris sehr ehrgeizig, diszipliniert und perfektionistisch. „Attribute wie zielstrebig, penibel, perfektionistisch – das bin ich nicht. Dachte ich zumindest immer. Durch meine vielen unterschiedlichen Jobs, wie Shootings, Shows und auch die Partnerschaft mit Maybelline
Jade, habe ich einen anderen Blick entwickelt. Auch durch meine Managerin und Leute, mit denen ich zusammenarbeite. Und ich habe festgestellt – ja ich bin’s. Ich bin es sehr! Und ich muss es auch sein, um professionell zu arbeiten.“

So souverän, wie er jetzt vor uns sitzt, war Boris aber nicht immer: „Man hat mich gefragt, ob ich eine Schulung in Barcelona geben könnte und ich habe spontan zugesagt. Kaum hatte ich aufgelegt, wurde mir bewusst ‚oh Mann, da musst du ja vier Stunden Englisch sprechen‘. Ich wurde nervös und hatte echt Angst – aber wenn man sich seinen Ängsten stellt, wächst man. Also habe ich mir einfach gedacht, wichtig ist doch mein Make-up und nicht das, was ich sage – und ich hab’s einfach gemacht. Je öfter man Sachen einfach macht, desto mehr verliert man die Angst davor.“ Und umso mehr Möglichkeiten ergeben sich. „Das ist das Wertvollste überhaupt – wenn man arbeitet, arbeitet, arbeitet und sich immer weiterentwickelt, dann eröffnen sich einem neue Möglichkeiten und Bereiche. Ich bin jetzt seit zehn Jahren Make-up-Artist und durch die verschiedensten Jobs und Anforderungen lerne ich beständig und erweitere meine Fähigkeiten. Ich habe ein klares Ziel vor Augen, ich will mich immer weiter entwickeln und international erfolgreich sein – dafür arbeite ich gerne!“

Zum Schluss lernen wir noch den privaten Boris kennen: „Ich fühle mich überall wohl, egal ob in München, Hamburg oder New York – wo mein Koffer ist, bin ich auch zuhause. In meiner freien Zeit versuche ich mein Privatleben in vollen Zügen zu genießen, komprimiert auf wenige Tage. Kochen mit Freunden, bei meinen Eltern grillen, Kino, Theater, auf der Alster paddeln. Da tanke ich Kraft für meine Aufgaben!“

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